
Geschichte des Kollektenvereins
In der Mitte des 19. Jahrhunderts steckte die Basler Mission durch das rasante Anwachsen der Missionsarbeit in einem finanziellen Engpass. Die Unterstützung durch wohlhabende Privatpersonen stiess an ihre Grenzen und man suchte nach neuen Möglichkeiten in allen Gesellschaftsschichten als Missionswerk bekannter zu werden und Spenden zu sammeln.
1855 gründete der Basler Ratsherr Karl Sarasin, Komiteemitglied der Basler Mission, die Halbbatzenkollekte; er hatte ähnliche Sammelvereine in England und in Zürich kennen gelernt. K. Sarasin musste bei seinen Kollegen im Komitee einige Überzeugungsarbeit leisten, aber der schnelle Erfolg der Halbbatzen-kollekte überzeugte bald jeden Skeptiker.
Vor allem Menschen der mittleren und unteren Gesellschaftsschichten - Jugendliche, Frauen, Männer und sogar Kinder - engagierten sich mit grosser Begeisterung. Sie verteilten regelmässig das „Kollektenblättli“ und sammelten von Freunden und Bekannten kleine Gaben – halbe Batzen – ein, die sie dann an die Zentrale in Basel weiterleiteten.
Ebenso wichtig wie die Mittelbeschaffung war aber auch die Unterstützung der Missionsarbeit durch Gebet und Fürbitte der Mitglieder der Halbbatzenkollekte. Durch regelmässige Sammlerinnentreffen bereicherte die Basler Mission aber auch die Schweizer Kirchenlandschaft. „Heimatmissionare“ und Reiseprediger berichteten Sammlerinnen und ihren Spendenden direkt von der Arbeit in Übersee. Die Halbbatzenkollekte vermittelte das Gefühl ein wichtiger Teil der weltweiten „Missionsfamilie“ zu sein.


