Kollektenverein

Rund ums Sammeljahr 2015

Ende 2015 hatte der Kollektenverein 410 aktive Mitglieder.

Sie verteilten 4x pro Jahr durchschnittlich 5'777 Exemplare „Nachrichten“ an Menschen ihrer Umgebung, total rund 23'110 Exemplare. Von der Geschäftsstelle aus wurden per Post 4x durchschnittlich 675 Exemplare verschickt, total rund 2'700.

Sie sammelten insgesamt CHF 125'151 zugunsten von Mission 21.

101 Personen bzw. Kirchgemeinden (Pfarrerinnen, Diakone, Vorstandsmitglieder mit dem Ressort Oekumene, Mission und Entwicklung oder Kassiers) begleiten als sogenannte Betreuer 212 Sammlerinnen. 97 Sammlerinnen werden von der Geschäftsstelle direkt betreut.

Geschichte der Halbbatzenkollekte

In der Mitte des 19. Jahrhunderts steckte die Basler Mission durch das rasante Anwachsen der Missionsarbeit in einem finanziellen Engpass. Die Unterstützung durch wohlhabende Privatpersonen stiess an ihre Grenzen und man suchte nach neuen Möglichkeiten in allen Gesellschaftsschichten als Missionswerk bekannter zu werden und Spenden zu sammeln.

Die Halbbatzenkollekte (HBK) wurde am 1. Januar 1855 auf die Initiative von Karl Sarasin gegründet, der zugleich der erste Präsident der für die HBK verantwortlichen Kommission war. Er hatte ähnliche Sammelvereine in England und in Zürich kennen gelernt. K. Sarasin musste bei seinen Kollegen im Komitee einige Überzeugungsarbeit leisten, aber der schnelle Erfolg der Halbbatzen-kollekte überzeugte bald jeden Skeptiker. 

Obwohl es seit der Währungsreform von 1850 keine halben Batzen mehr gab, war im Gründungsjahr noch allen präsent, dass mit den halben Batzen fünf Rappen gemeint waren. Im Verhältnis zum wöchentlichen Arbeiterlohn von durchschnittlich 15-17 Franken war der halbe Batzen in den 1850-ern gerade noch das, was für arme Menschen als Spendenbetrag im Rahmen des Möglichen lag.

Vor allem Menschen der mittleren und unteren Gesellschaftsschichten -  Jugendliche, Frauen, Männer und sogar Kinder - engagierten sich mit grosser Begeisterung.  Sie verteilten regelmässig das „Kollektenblättli“ und sammelten von Freunden und Bekannten kleine Gaben – halbe Batzen – ein, die sie dann an die Zentrale in Basel weiterleiteten.

Ebenso wichtig wie die Mittelbeschaffung war aber auch die Unterstützung der Missionsarbeit durch Gebet und Fürbitte der Mitglieder der Halbbatzenkollekte. Durch regelmässige Sammlerinnentreffen bereicherte die Basler Mission aber auch die Schweizer Kirchenlandschaft. „Heimatmissionare“ und Reiseprediger berichteten Sammlerinnen und ihren Spendenden direkt von der Arbeit in Übersee. Die Halbbatzenkollekte vermittelte das Gefühl ein wichtiger Teil der weltweiten „Missionsfamilie“ zu sein.

In der Zeit zwischen 1855 und 1905 kamen durchschnittlich 28 Prozent des Jahreseinkommens der Basler Mission aus der Halbbatzenkollekte. Somit wurde die HBK zu einer der wichtigsten Einnahmequellen der Basler Mission. Durch die HBK steigerte sich aber auch der Bekanntheitsgrad der Basler Mission in der Schweiz und Deutschland. Die Mitarbeit des Einzelnen an der Mission war ein ebenso wichtiges Ziel wie die Geldbeschaffung.