Asien

Schulmädchen in Indien 1929 (BM/PIX)

China

Schon 1849 reisten die ersten China-Missionare der Basler Mission, Pfarrer Lechler und Pfarrer Hamberg, nach Hongkong aus. Sie arbeiteten dort vor allem mit den Hakka, einer südchinesischen Volksgruppe. Nach ersten Jahren in Honkong nahmen Basler Missionare auch in mehreren Bezirken der Provinz Guangdong ihre missionarische Tätigkeit auf. Sie gründeten nicht nur Kirchen, sondern auch Schulen und Spitäler.

Im Jahre 1924 gründeten die Hakka die Tsung Tsin Mission, die mit der Basler Mission eng verbunden blieb, nun aber mit ihren eigenen Leuten im südchinesischen Raum missionierte. Offensichtlich mit viel Erfolg: Im Jahr 1948 gehörten zur Tsung Tsin Mission ca. 20'000 Mitglieder in 167 Kirchen.

1949 wurde die Volksrepublik China gegründet, die Verbindung zwischen Hongkong und Südchina wurde verboten. 1951 wurden alle Missionare von der kommunistischen Partei aus China ausgewiesen und zwischen 1966 und 1979 war in China jede öffentliche Religionsausübung untersagt.

Nach dem die Wiedereröffnung gestattet wurde, entstand 1980 der Chinesische Christenrat (CCC) als Dachverband der protestantischen Christen. Er war 1985 der Ansprechpartner für die Basler Mission, die zusammen mit der Honkonger Tsung Tsin Mission beim Wiederaufbau der kirchlichen Strukturen in Südchina half. Heute wird die Chinesische Kirche bei der Ausbildung von Theologen und Laienpredigern unterstützt.

Hongkong

Tsung Tsin Mission of Hong Kong (TTM)

"Tsung Tsin" heisst in etwa "den wahren Gott ehren" oder "die Wahrheit unterstützen".

Ihre lutherischen und reformierten Wurzeln führt die TTM auf die ersten Missionare, u.a. der Basler Mission in Hongkong (1847) zurück. Diese bereisten Städte und Dörfer im Osten der Guangdong Provinz (Südchina), der die Volksgruppe der Hakka zuhause ist. Dort predigten sie und gründeten Schulen und Krankenhäuser.

1924 trat die erste Synode zusammen. Hong Kong wurde ein selbständiger Distrikt. Mit der Gründung der VR China (1949) musste Hong Kong die Verbindung mit der TTM in China unterbrechen, konnte sie aber mit der Öffnung zu China 1997 wieder aufnehmen.

Seit 1952 ist die TTM in Hong Kong unter der Hakka sprechenden Bevölkerung zu einer einheimischen Kirche geworden mit pädagogischen Institutionen (Kindergärten, Schulen, Jugendzentren) und sozialen Diensten (Altenheime). Sie zählt heute ca. 9'000 Mitglieder und hat 23 Kirchgemeinden. Die Verbundenheit zu ihren europäischen Wurzeln hält sie in vielen Besuchen und Kontakten lebendig.

Indonesien

Indonesien, ein Land bestehend aus 17 000 Inseln, hat heute etwa 240 Millionen Einwohner. Es ist das Land mit der grössten islamischen Bevölkerung, etwa 85 %. Die Christen machen etwa 10 % aus.

Die Basler Mission und heute Mission 21 haben zu verschiedenen Kirchen in Indonesien Beziehungen und zum indonesischen Kirchenbund PGI:

Der indonesische Kirchenbund PGI (Persekutuan Gereja di Indonesia) hat heute mehr als 80 evangelische Kirchen als Mitglieder. Die Basler Mission hat Beziehungen zu diesem Kirchenbund nach dem Zweiten Weltkrieg aufgebaut. Durch die Arbeitsgemeinschaft des indonesischen Kirchenbundes und den europäischen Missionsgesellschaften, die in Indonesien arbeiteten (Eukumindo) bleibt sie verbunden. Der PGI ist Mitglied im Asian Fellowship.

Evangelische Kirche in Kalimantan (GKE): Die Arbeit der Basler Mission in Indonesien begann nach dem Ersten Weltkrieg in Kalimantan (Borneo) Ursprünglich war dies das Arbeitsgebiet der Barmer Mission. Wegen finanzieller Probleme wurde die Basler Mission 1918 gebeten, diese Arbeit zu übernehmen und weiterzuführen. 1920 hat die BM diese Arbeit ganz übernommen, vorerst mit den Mitarbeitern der deutschen Missionsgesellschaft. 1935 bekam die Kirche eine presbyterial-synodale Kirchenordnung und erstreckte sich nach dem Zweiten Weltkrieg über alle vier Provinzen Kalimantans. Nach dem Umsturzversuch 1965 übernahm diese Kirche auch Aufgaben beim Aufbau des Landes. Diese Kirche ist Mitglied im Asian Fellowship.

Kirche zur Ausstrahlung des Evangeliums (GKPI): Diese Kirche kam in den 1970 er Jahren als weitere Partnerkirche zur Basler Mission und existiert ausschliesslich in Ostkalimantan.

Die Pasundankirche (GKP) Dies ist eine Minderheitenkirche in einem vorwiegend islamischen Gebiet der Sundanesen in Westjava.

Evangelische Kirche der Minahasa (GMIM): Diese Kirche liegt im nördlichen Teil Sulawesis (Celebes). Es ist eine grosse Kirche in einer Provinz, die mehrheitlich von Christen bewohnt ist. Diese Kirche kam durch die SOAM zur BM.

Evangelische Kirche im Land Papua (GKI) Diese Kirche ist gross, da die meisten Papuas Mitglieder sind. Die Basler Mission hatte schon länger Beziehungen, aber erst in den 1990er Jahren hat ein Mitarbeiter von der Insel Serui aus eine Arbeit aufgebaut.

Evangelische Kirche von Sangihe und Talaud (GMIST) Eine Kirche auf vielen Inseln nördlich von Sulawesi. Seit 1976 hat die SOAM dort gearbeitet, 1999 kam diese Kirche zusammen mit der GMIM zur Basler Mission. Inzwischen haben sich die Kirchen wieder getrennt und Mission 21 hat heute Beziehungen zu zwei Kirchen.

Malaysia/Sabah

Die Basler Mission hat zu zwei Kirchen und einer Institution in Sabah (Nordborneo), einem Gliedstaat von Malaysia, Beziehungen. Zur Basel Christian Church of Malaysia und zur Protestant Church in Sabah.

Basel Christian Church of Malaysia (BCCM)

Ab 1882 wanderten Mitglieder der nachmaligen Tsung Tsin Mission aus wirtschaftlichen Gründen und auf Anfrage der britischen Kolonialregierung aus der Hakka Region (Guangdong-Provinz in China) nach Nordborneo aus. Sie bildeten in der Gegend von Kudat erste Gemeinden. In den 1920er Jahren fassten sie sich in der "Borneo Basel Self-Established Church" zusammen. Mit der Unabhängigkeit Malaysias 1963 änderte sie den Namen in "Basel Christian Church of Malaysia". Nach dem Zweiten Weltkrieg erfolgte grosse Aufbauarbeit im Innern und Vernetzung nach Aussen. Ab 1974 begann die BCCM eine Missionsarbeit unter verschiedenen Stämmen der Ureinwohner Sabahs. Die BCCM hat seit 2004 drei verschiedene Synoden für die verschiedenen Sprachgruppen (chinesisch, malaiisch und englisch). Der malayischsprachige Teil der BCCM wird weiterhin von Mission 21 unterstützt. Die BCCM ist Mitglied im Lutherischen Weltbund, im Malaysien Council of Churches und im Asian Fellowship von Mission 21.

Protestant Church in Sabah (PCS)

1951 kam es zu ersten Kontakten eines Basler Missionars, der in der BCCM tätig war, mit Leuten des Rungus-Stammes, die im Norden von Nordborneo lebten. Verschiedene Häuptlinge dieses Stammes baten um Missionare. 1952 reiste Heinrich Honegger, der vorher in Kalimantan gearbeitet hatte, nach Sabah aus. Der Aufbau dieser Kirche startete vor allem mit Alphabetisierung und einer Poliklinik. Für den Aufbau der PCS waren relativ viele Basler Missionare in Sabah. Ab 1969 wurden die Missionare der Basler Mission ausgewiesen. Im selben Jahr erhielt die Kirche den ersten einheimischen Präsidenten. 1973 verliess die letzte Mitarbeiterin Sabah. Dank Mitarbeitern, die die BCCM zur Verfügung stellte, konnte der Aufbau der Kirche weitergehen. Heute hat die Kirche mehr als 30 000 Mitglieder und wird weiterhin von Mission 21 unterstützt. Die PCS ist Mitglied beim WCC/OERK, beim Lutherischen Weltbund, beim Malaysian Council of Churches und beim Asian Fellowship von Mission 21.

Zudem unterstützte die Basler Mission den Ausbau der Theologischen Schule (STS) in Kota Kinabalu Sabah Malaysia. Sie wurde 1988 gegründet und wird von acht Kirchen getragen. Es ist die einzige theologische Schule in Malaysia, die auf malaiisch unterrichtet. Die Schule hat 2009 einen grossen Ausbau angefangen. Am 1. Mai 2010 wurde dieser Neubau feierlich eingeweiht. Die Studenten kommen aus Sabah, Sarawak, dem Sultanat Brunei, Myanmar, Vietnam und China. 

Indien

Indische Mädchen sind immer noch stark benachteiligt. Deshalb setzt sich die südindische Kirche dafür ein, ihre Rechte zu stärken, ihre Ausbildung zu fördern und Gewalt gegen sie zu verhindern. Heute gehört das Projekt zur Arbeit der BMDZ/EMS.